• Daniel Lüscher

Angst und Depression besser verstehen!

Aktualisiert: 12. Juni


Angst und Depression sind beide Signale dafür, dass es Probleme in deinen Beziehungen gibt, entweder in der Vergangenheit oder in der Gegenwart, sie spiegeln die Auswirkungen dieser Beziehungen wider. Sowohl Angstzustände als auch Depressionen entstehen in Beziehungen, werden jedoch allein erlebt, sodass der Zusammenhang mit Beziehungen oft nicht offensichtlich ist.


Die moderne Psychoanalyse hat Depression sehr gut erklärt, als Wut, die sich gegen das Selbst richtet. Die Wut wird nach innen gerichtet, weil sie nicht zu einer Person oder einem Problem in einer Beziehung nach aussen gebracht werden kann. In der Vergangenheit wurdest du möglicherweise erzogen, dich anderen nicht zu widersetzen und deine Stimme wurde dir verweigert. Als Erwachsener wurdest du möglicherweise ausgegrenzt oder abgelehnt, als du versuchtest, deinem Problem eine Stimme zu geben. Und als du dir das Recht, deine Stimme verlauten zulassen selbst untersagtest, öffnetest du die Tür, dir selbst die Schuld dafür zu geben, nicht gesprochen zu haben. Das Endergebnis davon ist eine überwältigende Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit, das perfekte Rezept für eine Depression.


Die Verinnerlichung von Wut ist ein Beziehungsproblem aus der Vergangenheit. Es ist ein Überbleibsel eines Entwicklungsproblems, das aus deiner Eltern-Kind-Beziehung stammt. Wie die meisten Kinder, wolltest auch du deinen Eltern gefallen, deshalb lerntest du sehr früh, deinen Ärger zu unterdrücken, um Akzeptanz zu erlangen. Wenn du als Erwachsener deinen Ärger weiterhin verbirgst, kannst du deinen Ärger nicht mobilisieren. Du wirst wütend auf dich selbst, weil du das Problem nicht aussprechen oder lösen kannst.


Die Verinnerlichung deiner Wut als Erwachsener, setzt die Auswirkungen deiner Erfahrungen mit deinen Eltern fort. Während deine Eltern scheinbar dein Leben nicht mehr kontrollieren, wirst du weiterhin von den Erfahrungen mit ihnen beeinflusst. Du unterdrückst deinen Ärger, weil du von deinen Eltern nicht dazu ermutigt wurdest, deinen Ärger konstruktiv zu nutzen. Du hast diese Rolle mit anderen "Elternersatzpersonen" in deinem Leben weiter gespielt, wie anderen Autoritätspersonen oder in Liebesbeziehungen. Die Depression, die sich aus unterdrückter Wut als Erwachsener ergibt, ist die Narbe dessen, was du von deinen Eltern gelernt hast.


Gleiches gilt für Angstzustände. Die meiste Angst ist ein Signal dafür, dass unter der Oberfläche tiefere Emotionen zu spüren sind. Es ist das Zittern eines Erdbebens, bevor sich die Erde aufspaltet. Ungelöste Beziehungsprobleme führen zu negativem abweisenden Verhalten und unterdrückter Wut. Das unbewusste Ausleben des Zorns führt nur zu noch mehr Schuld und Scham. Kurzfristig hilft es, mit Genussmitteln wie Sex, Alkohol oder Drogen vor dem Problem davonzulaufen, aber das Problem wird nicht gelöst und taucht irgendwo später wieder auf. Angst ist das Signal dafür, dass ein Problem darauf wartet, von dir gelöst zu werden.


Viele Menschen lösen ihre Ängste, indem sie das tun, was ihnen gesagt oder von ihnen verlangt wird. Sie akzeptieren ihre zugewiesene Familien- oder Gruppenrolle, um Angstzustände abzubauen und den Komfort wiederherzustellen. Sie vermeiden die Schuld und Scham, anders zu sein, als ihnen beigebracht wurde. Sie leugnen ihre natürlichen Reaktionen und vermeiden Verhaltensweisen, die negative Emotionen hervorrufen würden, welche über Jahre der Kindererziehung in sie eingearbeitet wurden.


Die emotionale Unterdrückung, die zu Angstzuständen und Depressionen führt, führt auch zu einem Problem der Selbstidentität. Du wirst verwirrt darüber, wer du bist. Du opferst deine wirklichen Reaktionen, um anderen zu gefallen. Du wirst abhängig von den Reaktionen anderer, anstatt das zu tun, was du für richtig hältst. Du überzeugst dich sogar davon, dass du deinem wahren Selbst treu bist und verwechselst, wer du wirklich bist, mit der Art und Weise, wie du erzogen wurdest. Diese Identitätsverwirrung resultiert aus dem Verschmelzen von dem wer und wie du bist, mit dem, was dir gesagt wurde, wer und wie du zu sein hast. Gleichzeitig denkst du, dass du dir selbst treu bist. In diesem Fall leidest du unter Identitätsverwirrung. Die Symptome davon sind Angstzustände und Depressionen.


Ein verwirrtes Selbst ist ein Rezept für emotionalen Stress. Obwohl es Leiden verursacht, ist es sehr weit verbreitet. Du musst aus dem Versuch heraus wachsen, anderen zu gefallen, und es durch das Lernen ersetzen, für dich selbst einzustehen. Du hast in dir zwei Selbst, das Selbst für andere und das authentische Selbst. Als Kind ist dein Selbst für andere stark und dein authentisches Selbst schwach. Das Erwachsen werden erfordert eine Veränderung und Entwicklung dieses Selbstsystems. Das authentische Selbst braucht Übung, um stärker zu werden als das Selbst für andere. Angst und Depression sind Signale dafür, dass in deinen Beziehungen emotionale Arbeit geleistet werden muss, um dein authentisches Selbst zu entwickeln.



Blumensprössling durchbricht den Asphalt.

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