Dhyana Yoga
Der acht blättrige Lotus

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Blinder Glaube vergiftet die Wahrheit

Wahre Spiritualität und Religion dürfen niemals auf unfundierten, pseudo esoterischen Glaubenskonstrukten basieren, sondern müssen auf einer echten, beweisbaren und reproduzierbaren Wissenschaft beruhen.

Die Veden, die uralten Weisheitsschriften Indiens, bilden die wohl älteste und gleichzeitig fundierteste theoretische Grundlage dieser Wissenschaft. Die Praxis des vedischen Wissens sind Sanatana Dharma und Yoga, was die Integration und Vereinigung unseres individuellen Wesens mit dem höchsten Selbst bedeutet.

 

Es war mein Wunsch, bevor ich hier Geburt nahm, die schreckliche Vergangenheit meiner früheren Inkarnationen, durch spirituelles Wachstum und liebevollen Dienst an Gott zu transzendieren. Dieser Wunsch wurde mir gewährt. Der acht blättrige Lotus, so wie ich ihn hier angedeutet präsentieren darf, bildet die Essenz meiner lebenslangen Praxis.

 

In unzähligen, oft sehr schmerzvollen Herausforderungen und Prüfungen, werde ich bis zum heutigen Tag, streng und doch liebevoll von meinen beiden Guruji und ihren Stellvertretern in der geistigen Welt, in immer tiefere Ebenen und Geheimnisse des acht blättrigen Lotus eingeweiht.

 

Ihre Aufforderung an mich ist dabei klar und unmissverständlich, ich soll den Lotus verstehen, seine Qualitäten verkörpern und ihn in den Herzen all jener reaktivieren, die zu mir kommen. Er ist aus bedingungsloser Liebe entstanden und trägt in sich das Blut, die Tränen und das Wissen unzähliger Seelen, die vor uns den Weg nach Hause gefunden haben und uns in ihrer Güte, ihr ganzes Wissen zukommen lassen.

Wie könnte ich dieser Verantwortung entsagen?

Welch ein Geschenk, was für eine Ehre!

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Maitri

Maitri bedeutet die Kultivierung von Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Herzensgüte. Es bildet die Basis eines spirituellen und religiösen Lebens und das Fundament aller nachfolgenden Qualitäten.

 

Dabei geht es nicht um die gesellschaftlich oberflächliche Freundlichkeit und Netiquette. Maitri meint, allen Lebewesen, einschliesslich sich selbst, allen Umständen und allen Herausforderungen des Lebens, mit Freundlichkeit, Wohlwollen, Gleichmut, Liebe und Wahrheit zu begegnen.

 

Maitri entspringt dem Herzen. Es ist eine innere Ausrichtung, eine Zusage und ein Vertrauen, in die Göttlichkeit des Lebens. Es ist das bestimmte innere Gefühl, welches keiner spekulativen Erklärung bedarf, dass unsere Existenz von Liebe getragen ist und alles, was uns widerfährt, einen tieferen Sinn hat und zu unserem höchsten Wohl geschieht.

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Tapas

Tapas bedeutet Disziplin und meint eine Art heilige Absicht, die im Geist auf der Vorlage von Maitri geformt wird. Es ist ein feierliches Gelübde, durchdrungen von der Entschlossenheit, unseren Willen zu bündeln und uns auf die höchste allumfassenden göttliche Realität zu fokussieren.

Tapas bedeutet aber auch Entsagung oder Unterlassung. Denn um die höchste göttliche Realität zu verwirklichen, müssen wir alle Handlungen, Worte, Gefühle und Gedanken loslassen, die unsere Absicht, das höchste Ziel zu erreichen, ausbremsen oder gar verhindern.

Tapas erfordert einen eisernen Willen und erschafft unsagbare Qualen für all jene, die es ohne Maitri praktizieren. Ohne Maitri ist Tapas nicht mehr als reine Selbstkasteiung. Ein Selbstbetrug, wo wir uns einreden bereit zu sein, etwas loszulassen, ohne es wirklich so zu meinen. Das kann nur in Schmerzen enden.

 

Echte Entsagung, echtes Loslassen kann nur in Liebe geschehen. Wenn wir in etwas verliebt sind, dann können wir gar nicht anders, als all unsere Sinne und Handlungen darauf zu richten. Alles andere fällt automatisch von uns ab. Das ist die wahre Bedeutung von Tapas. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, in was wir verliebt sind?

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Asana

 Asana bedeutet weitaus mehr, als die ausgefallenen Yogastellungen, die den Bewegungsapparat verbessern, den Körper straffen, die Flexibilität erhöhen und das Gewicht reduzieren. Im ursprünglichen Sinn, bedeutet Asana setzen, platzieren, ausrichten und beschreibt die rechte Art der inneren und äusseren Haltung.

 

Egal in welchem Umfeld, egal in welcher Situation, egal in welcher Herausforderung, egal ob statisch oder in Bewegung, wir sollen lernen, Körper, Geist, Ego und Intellekt so zu platzieren und auszurichten, dass die spirituelle Lebensenergie (Prana) ungehindert in uns fliessen kann.

 

Durch richtiges Asana, verläuft unsere spirituelle Entwicklung mit viel weniger Reibung. Unsere göttlichen Qualitäten manifestieren sich entspannter und natürlicher und wir verwandeln uns allmählich zu einem lebendigen Tempel des göttlichen Bewusstseins. 

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Pranayama

Pranayama setzt sich zusammen aus Prana (Lebensenergie) und Ayama (Kontrolle) und bezieht sich auf Methoden zur bewussten Steuerung der Lebensenergie. Hierbei geht es um sehr viel mehr, als ein Set von Atemübungen. Pranayama  bedeutet in Eigenverantwortung, alle Handlungen zu kontrollieren, mit denen wir uns entweder Prana zufügen oder uns davon berauben.

 

Wenn es uns nicht gut geht, wenn wir uns festgefahren, deprimiert oder antriebslos fühlen, haben wir zu wenig Prana in Körper und Geist. Der Grund dafür ist, dass unser Prana von etwas verdrängt, bzw. aufgefressen wird. Etwas, das dort nicht hineingehört, etwas, das wir am einfachsten mit Müll bezeichnen. Müll, der sich durch ignorantes Fehlverhalten in uns angesammelt hat.

 

Richtig angewendet, befreit uns Pranayama körperlich, mental und emotional von diesem Müll und ermöglicht es uns, mit Vitalität, Freude und Gelassenheit spirituell zu wachsen und höhere Schwingungs- und Bewusstseinsebenen zu erreichen. Die zuvor beschriebenen Asanas können diesbezüglich verstanden werden, wie das ausbeulen und richten eines verbogenen Rohres, Pranayama als das Ausspülen von allem, was sich darin festgesetzt hat.

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Nyasa

Nyasa beschreibt eine Vielzahl von Methoden, die am einfachsten mit einladen, platzieren, einfügen übersetzt werden. Auf gewisse Weise bildet Nyasa die Kernpraxis des acht blättrigen Lotus, jedenfalls ab dem Zeitpunkt, wo der Sadhaka (spirituell Suchenden), eine gewisse Reife und Meisterschaft über die vier vorangehenden Prinzipien erlangt hat.

 

Spätestens jetzt, entsteht tiefe Einsicht darüber, wozu die vier vorangehenden Prinzipien hauptsächlich praktiziert werden. Sie dienen als Vorbereitung für unser Gefäss (Körper, Geist, Ego, Intellekt), um die heilige Kommunion mit Gott zu empfangen. Genau wie wir uns und unser Heim sonst auch vorher schön machen, wenn wir liebe Freunde zu uns einladen. Wir wollen, dass sie sich bei uns wie zu Hause fühlen und gerne bleiben.

 

Das ist die Bedeutung von Nyasa, eine Einladung an Gott, er / sie möge einziehen in seinen / ihren Tempel, den wir so lange liebevoll vorbereitet haben. Diese heilige Zeremonie, diese Einladung, bedeutet für jeden Sadhaka etwas anderes, denn Gott hat mit jedem von uns eine einzigartige Beziehung. Nyasa bedeutet das Eintauchen, Erforschen und Zelebrieren deiner einzigartigen Liebesgeschichte mit Gott.

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Dharana

Dharana bedeutet Konzentration. Es ist die Fähigkeit, den Geist zu fokussieren und die Konzentration auf einen einzigen Punkt zu halten. In echtem Dharana hört das Körperbewusstsein und alle unruhigen Gedanken auf, sodass wir uns ohne Ablenkung auf das Objekt der Meditation konzentrieren können. Das Objekt, das wir in Dharana fokussieren ist Gott, so wie er / sie sich für uns manifestiert, wenn er / sie unsere Einladung (Nyasa) annimmt. 

Dharana ist unsere Liebeserklärung, die Fähigkeit unser Leben, unser ganzes Denken, Fühlen und Handeln in liebevoller Hingabe Gott zu weihen, ihn zu bestaunen, zu bewundern und zu verehren, in all seinen unzähligen und wundervollen Aspekten, in denen er sich für uns manifestiert.

 

Sei es im Gesang eines Vogels, im von Sonnenlicht durchfluteten Nadelwald, im süssen Geruch einer duftenden Blume, in der tiefen und berührenden Einsicht, wie sie in einem Gespräch mit einer liebevollen Person entstehen kann, beim Studium heiliger Schriften oder in der tiefen meditativen Einkehr eines Gebets. Es geht nicht darum wie man Gott erkennt, sondern dass man ihn erkennt und ihm dann seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit widmet. Das ist die Essenz von Dharana.

 

Die Qualität von Dharana wächst gleichsam, mit der Fähigkeit zu lieben. Ohne Liebe können wir den Geist nicht bündeln und ununterbrochen auf Gott richten. Solange wir keine Liebe und Hingabe (Bhakti) zu Gott entwickelt haben, fehlt uns jegliches Interesse bei ihm / ihr zu verweilen und Dharana wird zu einer Qual, einer Selbstkasteiung und wir landen wieder am Anfang unserer Reise, bei Maitri und Tapas.

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Dhyana

Dann, irgendwann, geschieht das Wunder von Dhyana. Geschehen deshalb, weil Dhyana nicht gemacht werden kann, Dhyana ist ein Bewusstseinszustand tiefer Meditation und Kontemplation.

 

Meditation ist das Eintauchen in das tiefere Geheimnis eines göttlichen Aspektes, der sich uns in Dharana offenbart. Es ist das Durchdringen der oberflächlichen Erscheinung, das Eintauchen und Erforschen seiner tiefer liegenden Bereiche, welche in Dharana noch vor uns verborgen sind.

 

Kontemplation ist das Verschmelzen, das Verinnerlichen, das Eins werden mit den Wahrheiten, die aus dieser Tiefe zu uns aufsteigen, bis wir vollkommen von ihnen erfüllt und durchdrungen sind.

Dhyana ist grundsätzlich sehr leicht erfahrbar und aufrechtzuerhalten, denn es ist der natürliche Zustand des Selbst, das Bewusstsein unserer Seele. Was diesen natürlichen Zustand jedoch stört oder verhindert, ist die Unreife der Seele, die ihrem Ego noch nicht beigebracht hat, dass es kein Herrscher, sondern ein Diener ist.

Zu Beginn, wenn der Sadhaka noch sehr enthusiastisch, mit feurigem Herzen und reinem Willen (ohne Vorurteile) in die Praxis geht, stellen sich rasch die ersten Erfahrungen von Dhyana ein. Für den Augenblick der Begeisterung über das Neue, das Fremde, über das Abenteuer, vergisst der Sadhaka vollkommen seine Identifikation mit allem, was er glaubt zu sein und nicht zu sein und es gibt nichts, was den natürlichen Zustand des Selbst stören könnte.

 

Diesen Moment nennt man auch die Gnade Gottes, wo der Sadhaka Einblick erhält in eine grössere Realität, die alles bisher gekannte transzendiert. Es ist eine heilige Einweihung, wo Gott liebevoll fragt: "Und, gefällt dir, was ich dir zeige? Möchtest du mehr? Willst du mich wirklich kennen, mit mir zusammen sein und bei mir bleiben? Wenn ja, dann weisst du jetzt, wie und wo du mich findest!"

 

Puff!

 

Mit dieser Aussage ist Dhyana auch schon Geschichte und das Ego übernimmt wieder die Kontrolle. Es hat genug von der kleinen Auszeit der Seele und in seinen altbekannten Terror, spannt es sein Pferd vor den Wagen, knallt mit der Peitsche und ruft: "Hüh du alter Gaul, mach das du vorwärtskommst, wo wir hingehen, das bestimme hier immer noch ich!"

Dhyana ist unser Geburtsrecht, doch wir müssen es einfordern!

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Samadhi

Samadhi (Versenkung, Sammlung) ist der höchste Bewusstseinszustand, den ein Mensch im Leben erreichen kann. Er ist das Ziel unserer spirituellen Reise auf Erden, die glückselige Rückkehr zu unserem göttlichen Ursprung.

In Samadhi gibt keine Individualität mehr, so wie wir sie aus der Sichtweise des Egos erfahren. Das Bewusstsein über die Welt und die Selbstwahrnehmung existieren zwar weiter, aber nicht in der bisherigen Dualität von "das ist mein" und "das ist dein", "das will ich" und "das will ich nicht".

 

Der Mensch in Samadhi lebt weiter, aber das innere Selbst (Seele, Atman) bleibt von nun an mit dem höchsten Selbst (Gott, Paramatman) verbunden. Dies bedeutet das Ende aller Probleme und Schmerzen, das Ende des Leidens, der Wiedergeburt und des Todes.

 

Der Jivamukti (befreite, verkörperte Seele) lebt auf der Erde in ewigem Glück und Freude, und wenn der Körper aufgegeben wird, verschmilzt sein Bewusstsein vollständig mit seinem nächst höheren feinstofflichen Bewusstseinskörper, auf der astralen Ebene, wo er seine Liebe zu Gott weiter vertieft und verfeinert.

 

Diese Vertiefung und Verfeinerung geschieht solange, bis sich die Seele von jeglicher illusorischen Anhaftung und Identifikation, in allen drei Welten, der physischen, der astralen und der kausalen, gelöst hat. Erst dann ist die Reise vollendet. 

 

Die erste Stufe, ist die Befreiung von den Auswirkungen der irdischen, grobstofflichen Samskaras (latente, unbewusste Prägungen) und ihrem Karma (Früchte der daraus resultierenden Handlungen). Einmal von ihnen befreit, muss die Seele nie wieder hier Geburt nehmen. Danach geht die Heimreise aber durch die feinstofflichen Ebenen der Existenz weiter, bis auch dort sämtliche astralen und kausalen Samskaras und Karmas überwunden sind.

Natürlich sind wir zu einem gewissen Grad dazu in der Lage, schon während unserer irdischen Inkarnation, ein Bewusstsein für unsere multidimensionale Realität zu entwickeln. Dieses Bewusstsein erlaubt uns, schon jetzt auf den höheren Existenzebenen für unsere Befreiung zu arbeiten. Jedoch können wir nie ganz sicher sein, wie viel wir mit unserem menschlichen Bewusstsein, das on Maya (Illusion) verschleiert wird, davon wirklich erkennen und verstehen können.

Es bleibt also abzuwarten, wenn wir unseren Körper eines Tages ablegen, werden wir es wissen. Doch ein wirklicher Jivamukti bleibt von dieser Tatsache unberührt. Egal, ob sich sein Bewusstsein nach seinem Ableben in Gott auflöst oder ob er sich weiterhin in irgendeiner bedingten Form verkörpern muss, egal ob diese grob- oder feinstofflicher Natur ist, egal wie viele Samskaras und Karmas noch seinen Weg kreuzen werden, was kümmert es ihn?

Ein Jivamukti ist frei! Sein einziges Interesse gilt seiner bedingungslose Liebe zu Gott.
Was sollte ihn beunruhigen? Er hat sein Ziel doch längst erreicht!